Leadmagnet DSGVO sicher machen

Eine bisher gängige Praxis, um die E-Mail-Adressen potenzieller Kunden zu erhalten und diesen z.B. einen Newsletter zuzusenden, ist die Verwendung eines Leadmagnet. Darunter versteht man ein kostenloses Dokument, z.B. ein Textdokument, das potenziell wertvolle Infos für die angesprochene Zielgruppe beinhaltet. Der bisherige (potenziell unethische) Trick besteht darin, dass das Dokument nur nach Angabe der E-Mail-Adresse, sowie Einwilligung in die Zusendung eines Newsletters, heruntergeladen werden darf. Die Einwilligung in den Newsletterversand und das Herunterladen des Dokuments werden also miteinander gekoppelt.

Neues nach DSGVO

In der DSGVO findet sich dieser Absatz

„Bei der Beurteilung, ob die Einwilligung freiwillig erteilt wurde, muss dem Umstand in größtmöglichem Umfang Rechnung getragen werden, ob unter anderem die Erfüllung eines Vertrags, einschließlich der Erbringung einer Dienstleistung, von der Einwilligung zu einer Verarbeitung von personenbezogenen Daten abhängig ist, die für die Erfüllung des Vertrags nicht erforderlich sind“ Art. 7 Abs. 4 DSGVO

Meiner Ansicht nach ist damit ein Kopplung des Zugangs zum pdf-Dokument mit der Einwilligung in den Newsletterversand nicht gestattet, da weder die Erhebung der E-Mail-Adresse noch die Zusendung regelmäßiger Werbung notwendig ist, um das pdf-Dokument bereitzustellen. Das bisherige Konzept des Leadmagnet steht damit vor dem Aus.

Der ethisch korrekte Leadmagnet

Ich würde das Bereitstellen des pdf-Dokuments und die Einwilligung entkoppeln. D.h. von der Landingpage aus ist das pdf-Dokument so oder so erreichbar. Der Nutzer hat die Wahl seine E-Mail-Adresse anzugeben und mit einer Checkbox, die initial ungecheckt ist (Opt-in), in den Newsletterversand einzuwilligen, oder dies nicht zu tun und trotzdem an das Dokument gelangen.

Ist die conversion rate bei dieser Methode gut? Das muss man im Einzelfall sehen. Ethisch korrektes Handeln scheint zumindest nicht die schlechteste Methode zu sein, um neue Kunden zu gewinnen.